On the job

Assistenz-Apéro 2019: „Weiterbildung clever planen“

 

“Weiterbildung clever planen“

Wir setzten unsere beliebte Reihe der jährlichen Assistentinnen-Apéros einmal mehr fort – diesmal erhielten die Besucherinnen wertvolle Impulse dazu, wie Assistentinnen sich persönlich weiterentwickeln können. Das Referat von Frau Anita Gut und Frau Sandra Lendi der KV Business School Zürich stellte sich als sehr kurzweilig sowie interaktiv heraus und ging auf die Fragen ein, was der Markt von Assistentinnen als Führungsunterstützung auf hohem Niveau erwartet und wann sich eine Weiterbildung lohnt.

Anita Gut ist selbständige PR-Beraterin, Ausbilderin und Dozentin. An der KV Business School Zürich leitet sie die Lehrgänge für Direktionsassistenten/innen und PR-Fachleute. Sandra Lendi ist Firmenkundenberaterin sowie Leiterin Sprachen bei der gleichen Institution.

Lebenslanges Lernen …

… ist eine Voraussetzung, um im Beruf Bestand zu haben und den vielseitigen Anforderungen gerecht zu werden. Andererseits gilt es, statt in blinden Aktivismus zu verfallen, den Überblick zu behalten und sinnvolle sowie seriöse Lehrgänge auszuwählen.

Weiterbildung ist eine Investition, die neben Geld auch Zeit sowie Energie kostet und darum wohl überlegt sein sollte. Die Qual der Wahl der persönlich richtigen und sich langfristig auszahlenden Lehrgänge wird dadurch umso grösser, als man sich heutzutage kaum noch im „Dschungel“ an Kursen der verschiedenen Schulen zurechtfindet. Die Motivation zu einer Weiterbildung kann entweder sein, dass man seine grosse Erfahrung mit einem anerkannten Zertifikat unterlegen will oder der Wunsch, Stärken weiter auszubauen.

Pingo coactum …

hat nichts mit dem ähnlich klingenden Gesellschaftsspiel zu tun – es handelt sich dabei viel mehr um eine anonyme Umfrageplattform, mit Hilfe derer die beiden Referentinnen die Besucher aufforderten, ihre Smartphones zu zücken und einige Fragen über unsere Displays zu beantworten:

„Welche der folgenden Beschreibungen trifft Ihr Selbstverständnis als Assistentin am besten?

Zur Auswahl standen folgende Antworten, die nach wenigen Minuten mit dem Prozentsatz der getätigten Klicks als Statistik auf der Leinwand erschienen:

– Mädchen für alles (40 %)

– Ich biete Führungsunterstützung und begegne meinem Vorgesetzten auf Augenhöhe (38 %)

– Ich bin eine entscheidende Stütze für eine/n Spezialisten/Spezialistin (24 %)

Wir sahen also ganz klar dargestellt, wie gross die Spannbreite der Assistentinnen-Tätigkeiten ist. Beim ersterwähnten Punkt zeigten Kommentare aus dem Publikum die Wichtigkeit auf, sich gekonnt abzugrenzen.

„Was schätzt Ihr Chef am meisten?“

Als Antworten gaben die meisten Besucherinnen vor allem „Zuverlässigkeit sowie Feedback geben“ und „Entscheidungen abnehmen“. Somit wurde einmal mehr klar dargestellt, dass die Rolle der Assistentin weit mehr als nur eine ausführende ist, sondern eine sehr zentrale Funktion als wichtige Stütze ihres Vorgesetzten hat.

„Welche der folgenden Kompetenzen sind für die Ausübung Ihrer Tätigkeiten besonders wichtig?“

Die Antworten auf diese Frage ergab, dass neben Fremdsprachen, Anwenderkenntnissen von MS Word und Recht v.a. BWL-Kenntnisse gefragt sind.

In diesem Zusammenhang kam die Frage nach der Wichtigkeit von Social Media auf. Der Kaufmännische Verband will diesem Thema in Zukunft mehr Bedeutung beimessen.

Fazit: Es reicht nicht, nur einen Kurs zu besuchen – man muss das Gelernte auch regelmässig anwenden, sonst bucht man z.B. alle Jahre wieder einen Excel-Kurs…

„Angenommen, Sie wollen sich weiterentwickeln: Welche Strategie wenden Sie an – zuerst die Weiterbildung oder einen Jobwechsel?“

Diese Frage wurde interessanterweise mit genau je 50 % „zuerst die Weiterbildung“ bzw. „zuerst den Jobwechsel“ beantwortet. Frau Gut rät Frauen jedoch generell, zuzuschnappen, wenn sich die Gelegenheit zu einem Karriereschritt ergibt – und nicht aus falscher Bescheidenheit zu zögern. Schiesslich sei es viel nützlicher, im praktischen Berufsalltag Gelerntes anhand einer Weiterbildung zu vertiefen bzw. gewisse theoretische Aspekte damit in Einklang zu bringen. Ausserdem würden in Stellenbeschreibungen oft viel mehr Anforderungen aufgelistet, als später tatsächlich entsprechende Kompetenzen eingesetzt werden müssten

„Wie wird sich meine Weiterbildungsmassnahme lohntechnisch auswirken?“

Die meisten Anwesenden beantworteten die Frage wie folgt: Eine nützliche Weiterbildung wird vermutlich 10 % oder etwas mehr Lohnerhöhung zur Folge haben. Ob es sich hier um eine eher bodenständige oder aber eher typische Einschätzung von Frauen handelt, liess sich nicht zweifelsfrei klären.

Hier gilt es natürlich zu berücksichtigen, inwieweit der Arbeitgeber für die Kosten des Lehrgangs aufkommt. In diesem Fall kann selbstverständlich nicht zusätzlich mehr Lohn gefordert werden.

Ein weiterer nützlicher Tipp der beiden Referentinnen: Das Bundesamt für Statistik gibt Lohnempfehlungen ab; eine Stimme aus dem Publikum wies ausserdem darauf hin, dass Löhne einerseits immer branchenabhängig und andererseits von Region zu Region unterschiedlich hoch sind. Ebenso spielt es eine grosse Rolle, ob der Arbeitgeber ein KMU oder ein Grossunternehmen ist.

Für die meisten unbekannt war, dass der Bund die Hälfte der Ausbildungskosten für eidg. Fachausweise zurückerstattet. Die Rückzahlung erfolgt an alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz (auch ohne Schweizer Pass) und sobald eine Kandidatin oder ein Kandidat an die eidg. Prüfung angetreten ist – unabhängig davon, ob diese dann bestanden wird oder nicht. Diese Regelung (sog. „Subjektfinanzierung“ des Bundes) gilt z.B. für den Bildungsgang für Direktionsassistent/innen mit eidg. Fachausweis, aber auch für andere praxisorientierte Weiterbildungen wie PR-Fachleute oder HR-Fachleute mit eidg. Fachausweis.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es sich lohnt, herauszufinden, ob eine Weiterbildung für die interne Anerkennung in der Firma wichtig ist, sowie dass Gelegenheiten unbedingt beim Schopf gepackt werden sollten, um innerhalb des Unternehmens weiterzukommen. Wichtig ist ebenfalls, sich immer wieder neu inspirieren zu lassen – grundsätzlich ist jede Weiterbildung eine Bereicherung.

Herzlichen Dank für eure wertvollen Anregungen, liebe Anita und liebe Sandra! Eure Inputs stellten für uns eine Bereicherung dar und lieferten zahlreiche Stichworte zum darauffolgenden angeregten Austausch in ungezwungenen Rahmen.

Mittels untenstehendem Link können Sie sich übrigens für die beliebten kostenlosen Microseminartage der KV Business School Zürich anmelden, welche sich immer wieder einem anderen Thema widmen:

https://www.kvz-weiterbildung.ch/om-day