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HR-Apéro 21. November 2017

By Dezember 12, 2017 No Comments

 

Anlässlich unseres HR-Apéros durften wir als Gastrednerin Barbara Josef, die Mitgründerin von «5 to 9» bei uns willkommen heissen (www.5to9.ch). «5 to 9» versteht sich als innovatives, inhabergeführtes Unternehmen, welches Organisationen fit macht für das digitale Zeitalter. Technologisch getriebene Veränderung hinterfragt nach Auffassung von Barbara Josef insbesondere das Wertegefüge und damit die Kultur eines Unternehmens. Entsprechend unterschied sie im Rahmen ihres Kurzreferates im beiliegenden Diagramm zwei Achsen – «Identifikation» beschreibt die Fähigkeit einer unternehmerischen Werteordnung, auf digital getriebene Veränderungen zu reagieren, gemeinsam mit den Mitarbeitenden Lösungsansätze zu entwickeln und auf eine integrative Weise Neues zu schaffen. «Digitalisierung» meint die sehr unterschiedlichen technologischen Faktoren, die auf die Wertschöpfungskette eines jeden Unternehmens einwirken. Innerhalb dieser zwei Achsen unterscheidet Barbara Josef vier Quadranten:

  • Der wohl aussichtsloseste Unternehmenskandidat findet sich unten links in der Darstellung und charakterisiert sich durch eine tiefe technologische Durchdringung kombiniert mit geringer Motivation, sich mit technologischen Trends auseinanderzusetzen – diese Organisationen sind bildlich gesprochen dem Tode geweiht.
  • Zwei weiter entwickelte Kandidaten befinden sich entlang beider Achsen: Der eine diskutiert die Anforderungen, welche die moderne Technologie stellt, durchaus sorgfältig, verfügt aber gleichzeitig über eine tiefe technologische («digitale») Durchdringung. Diese Organisationen haben einen wichtigen Evolutionsschritt bezüglich ihrer Unternehmenskultur getan, laufen aber Gefahr, auf einer theoretischen Ebene stehen- bzw. in tradierten, hierarchisch geprägten Unternehmensstrukturen gefangen zu bleiben. Umgekehrt kreieren Unternehmen mit hoher technologischer Durchdringung, aber geringer Reflexion, was Kultur und Werte anbelangt, jenen Typus, den Barbara Josef treffend als den digitalen Egomanen beschreibt.
  • Es bleiben Unternehmens des vierten und anspruchsvollsten Quadranten, die entlang beider Achsen gleich weit entwickelt sind – einzig in solchen Umgebunden entsteht tragfähiges Neues, das technologische Impulse berücksichtigt, sie auf einer Wertebasis kritisch hinterfragt. Diese Organisationen beschreiten gemeinsam mit den Mitarbeitenden neue Wege – was nun so einfach und logisch klingt, erfordert in der Umsetzung anerkanntermassen viel Mut und Herz sowie die Bereitschaft, entlang des Weges Fehlentscheide zu treffen und daraus zu lernen.

Das Referat von Barbara Josef schloss mit einer angeregten Diskussion, die während des sich anschliessenden Apéros im einen oder anderen Zweiergespräch eine lebendige Fortsetzung fand. Wir danken ihr für diesen gleichermassen unterhaltsamen wie scharfsinnigen Beitrag und schätzen es insbesondere, dass sie uns gestattet hat, die beiliegende Folie einem breiteren Kreis zugänglich zu machen.