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Das Geheimnis der Chemie – so sprechen Sie von Anfang an die richtigen Kandidaten an

By da professionals ag, November 2021
Alle wollen ihn im Unternehmen haben, aber die wenigsten wissen, was er überhaupt ist: Die Rede ist vom Fit of Chemistry. Wir lüften das Geheimnis und zeigen Ihnen, wie sie den Fit of Chemistry im Recruiting von Anfang an berücksichtigen. Und wie Sie damit Kandidatinnen und Kandidaten ansprechen, die wirklich zu Ihrem Unternehmen passen.

Manche Kandidatinnen und Kandidaten passen perfekt zu einer Stelle. Sie haben genau die gewünschte Ausbildung, alle erforderlichen Sprachkenntnisse – und ihre bisherige Berufserfahrung deckt sich genau mit Ihren Anforderungen. Voller Begeisterung laden Sie die Person zu einem persönlichen Gespräch ein – nur um dann festzustellen, dass Sie von der «Chemie» her leider überhaupt nicht in ihr Unternehmen passt. Der vieldiskutierte «Fit of Chemistry» oder «Personal Fit» ist einfach nicht vorhanden.

Wie können es Unternehmen schaffen, gezielt Kandidatinnen und Kandidaten anzusprechen, bei denen die Chemie stimmt? Indem sie wissen, wen Sie suchen und diese Personen mit der richtigen Kommunikation gezielt angehen, damit direkt eine Identifikation entsteht. Zugegeben: Ganz so einfach, wie das klingt, ist es natürlich nicht.

Fit of Chemistry: Was ist das?

Um der Sache auf die Spur zu kommen, müssen wir erst verstehen, was der mysteriöse Fit of Chemistry überhaupt ist. Vorweg sei gesagt: Die «Chemie» hat viel damit zu tun, was eine Person antreibt. Stichwort: Intrinsische Motivation.

Jeder Mensch hat eine intrinsische Motivation: Wir selbst, unsere Auftraggeber, die zukünftige Vorgesetzte des Kandidaten, jedes einzelne Teammitglied. Tagtäglich und pausenlos beeinflusst unsere intrinsische Motivation unser Handeln, unsere Entscheidungen, unser Auftreten – kurzum: unsere gesamte Persönlichkeit. Und genau deshalb spielt die intrinsische Motivation eines Menschen eine entscheidende Rolle bei der Frage nach der richtigen Chemie zwischen Kandidatinnen und künftigem Arbeitsumfeld.

Die Motivationspsychologie geht von drei Haupttypen der intrinsischen Motivation aus: Das Streben nach Macht, das Streben nach Leistung und das Streben nach Anschluss. Übertragen auf Mitarbeitende lassen sich die drei Typen folgendermassen erläutern:

  • Der oder die machtmotivierte Mitarbeitende liebt es, das Ruder in der Hand zu haben. Dieser Typ trifft gern Entscheidungen, übt gern Einfluss auf andere Menschen aus und schätzt eine gewisse Überlegenheit und Kontrolle. Er ist häufig in Führungs- und Fachspezialisten-Rollen zu finden.
  • Der oder die leistungsmotivierte Mitarbeitende ist dann am glücklichsten, wenn er oder sie tatkräftig anpacken kann. Diesem Typ ist die Qualität seiner Arbeit sehr wichtig und er möchte seine früheren Leistungen übertreffen. Seine Neugier treibt ihn an, die eigene Komfortzone immer wieder zu verlassen. Auf erbrachte Leistungen ist er stolz – das ist ihm mehr wert als die dafür erhaltene Belohnung und Anerkennung.
  • Dem oder der anschlussmotivierten Mitarbeitenden ist der Anschluss an die Gruppe und das gemeinsame Erreichen von Zielen besonders wichtig. Dieser Typ zeigt erhöhte Sympathie, höhere Interaktionsbereitschaft und hält mehr Blickkontakt zu anderen. Anschlussmotivierte Menschen bevorzugen das Arbeiten in der Gruppe und an kooperativen Aufgaben. Sie zeigen in dem Bereich bessere Leistungen als bei wettbewerbsorientierten Aufgaben, die die Leistung des Einzelnen im Fokus haben.

Die meisten Menschen sind eine Mischform dieser Motivationstypen. Gleichzeitig gibt es bei den meisten Menschen einen Aspekt der intrinsischen Motivation, der besonders ausgeprägt ist. Wird dieser bei der Arbeit genährt, ist der Mensch glücklich. Kommt ein wichtiger Motivationsaspekt zu kurz, wird der oder die Mitarbeitende die Stelle vermutlich eher früher als später wechseln.

Finden Sie heraus, wen Sie wirklich suchen

Der Anschlussmotivierte in einer Gruppe voller Machtmenschen wird eher nicht glücklich werden. Eben so wenig wie der Leistungsmotivierte, wenn er einen Mikromanager als Vorgesetzen hat. Oder die Machtmotivierte, die plötzlich alles in einer Gruppenarbeit lösen soll.

Um diejenigen Kandidatinnen und Kandidaten anzusprechen, die von ihrer Chemie im Sinne ihrer intrinsischen Motivation in Ihr zukünftiges Team passen, müssen Sie natürlich erst einmal wissen, was für eine Person Sie suchen. Wenn Ihr Stelleninserat für eine machtmotivierte Person hochattraktiv ist, Sie aber eigentlich einen anschlussmotivierten Teamplayer suchen, nützt Ihnen das wenig.

Anders gesagt: Spricht Ihr Inserat die falschen Menschen an, werden Sie auch die falschen Profile erhalten. Die Frage, was für einen Typ Mensch Sie suchen, ist eine der wichtigsten und sollte zu allererst geklärt werden – und zwar in Bezug auf Teammitglieder, Vorgesetzte und allfällige Sparringspartner. Dazu braucht es Selbstreflexion und den Mut, ehrlich in den Spiegel zu schauen.

Bauen Sie den Fit of Chemistry in die Kommunikation ein

Unabhängig davon, ob Sie über Social Media, Active Sourcing, im persönlichen Kontakt oder über klassische Stelleninserate kommunizieren und unabhängig davon, ob Sie Ihre künftigen Mitarbeitenden selbst rekrutieren oder dafür professionelle Headhunter briefen: Wenn Sie das Geheimnis des Fit of Chemistry kennen und herausgefunden haben, wen Sie suchen, können Sie dieses Wissen ganz bewusst einsetzen in der Kommunikation mit Kandidatinnen und Kandidaten – und zwar von Anfang an.

Mit einer bewussten und gezielten Ansprache verschaffen Sie Ihrer Kommunikation Profil. Wer sich damit identifiziert, wird sich begeistert bewerben. Wer nicht, lässt es sein. Auf diese Weise wird früh der Spreu vom Weizen getrennt, ohne dass Kandidatinnen und Kandidaten etwas davon merken.

Wie das geht? Beispielsweise so:

  1. Ziehen Sie die Aufmerksamkeit auf sich. Verwenden Sie im Titel eines Inserats oder einer Direktansprache auf den gesuchten Motivationstyp abgestimmte Sätze wie beispielsweise:
  • «Wir brennen für Teamwork.» (Richtig, das Herz von Anschlussmotivierten schlägt jetzt gerade ein bisschen höher!)
  • «Bei uns können Sie die Welt verändern.» (So toll für jeden machtmotivierten Menschen!)
  • «Wachsen Sie über sich hinaus.» (Und jeder Leistungsmotivierte fühlt sich angesprochen!)
  1. Werden Sie konkret. Zeigen Sie im weiteren Stelleninserat, dass der gesetzte Titel mehr als eine schöne Worthülse ist. Zum Beispiel so:
  • Erzählen Sie mehr über das zukünftige Team des anschlussmotivierten Kandidaten. Zeigen Sie ihm auf, was konkret das Teamwork in Ihrem Unternehmen so attraktiv macht. Welche kooperativen Aufgaben erwarten den Kandidaten? Wie arbeitet sein künftiges Team zusammen? In welchen konkreten Situationen wird er seine Empathie- und Teamfähigkeit einsetzen können? Welche persönlichen Eigenschaften sind bei dieser Stelle gefragt?
  • Beschreiben Sie, wie genau die machtmotivierte Kandidatin bei Ihnen im Unternehmen «die Welt verändern» kann. Welche Verantwortungsbereiche, Kompetenzen und Führungsaufgaben wird sie bei dieser Stelle innehaben? Was kann sie damit bewirken? Wie wird sie ihre Führungsqualitäten einsetzen können?
  • Erklären Sie der leistungsmotivierten Kandidatin, wie Ihr Unternehmen und sie gemeinsam über sich hinauswachsen werden. Welchen Gestaltungsspielraum gibt es in dieser Stelle? Welche konkreten Aufgaben erwarten die Kandidatin? Welche Ziele gilt es zu erreichen? Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
  1. Spielen Sie die Employer-Branding-Karte richtig aus. Zeigen sie auf, was bei Ihnen anders, besser ist als bei anderen Unternehmen. Und auch hier gilt: Für jeden Motivationstyp gibt es das passende Employer-Branding-Zückerchen. Überlegen Sie sich, ob für den machtmotivierten Kandidaten der tolle Kaffeeraum wirklich das richtige Argument ist. Vielleicht legen Sie den Fokus in diesem Fall doch eher auf den Firmenwagen? Die Anschlussmotivierte lässt sich ganz sicher für die gemeinsame Pause mit Hygge-Feeling begeistern, wohingegen sich der Leistungsorientierte eher locken lässt, wenn er hört oder liest, dass es für Ihre Mitarbeitenden auch im Homeoffice eine Topausstattung gibt.

Selbstreflexion, Fokus und die richtigen Worte können Wunder bewirken – probieren Sie es aus. Wir wünschen gutes Gelingen und unterstützen Sie gerne dabei!

Nutzen Sie die intrinsische Motivation bereits in Ihrer Kandidatenansprache?

Lassen Sie es uns in einem Kommentar wissen.

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