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Fehler sind menschlich. Doch im Rekrutierungsprozess können sie Kandidatinnen und Kandidaten eine potentielle Anstellung kosten. Und wir erleben in unserem Recruiting-Alltag immer wieder No-Gos, die bei Arbeitgebern überhaupt nicht gut ankommen. Diese Fehler sollten Sie vermeiden.

Vor einiger Zeit haben wir über die grössten Patzer im Recruiting geschrieben. Für einen fiktiven Recruiting-Negativpreis an Arbeitgeber haben wir neun Einzelkategorien zusammengestellt. Von der planlosesten Stellenausschreibung über das arroganteste Gehabe bis hin zu den beharrlichsten Zauderern.

Doch es sind nicht nur Firmen, die im Recruiting-Prozess noch dazulernen können. Auch bei Kandidaten sehen wir No-Gos, die bei potentiellen Arbeitgebern nicht gut ankommen. Diese acht Fehler sind leicht zu vermeiden.

  1. Mangelnde Vorbereitung

Eigentlich selbstverständlich, dass sich sowohl Arbeitgeber als auch Kandidaten auf ein Gespräch miteinander vorbereiten. Dazu gehört: Bewerbungsunterlagen mitnehmen, Schreibzeug dabeihaben, sich über das Unternehmen und die Stelle informieren, wissen, mit wem man das Gespräch führen wird, Handy ausschalten.

Manchmal erleben wir jedoch auch Skurriles: Eine Kandidatin hatte sich offensichtlich nicht über die Stelle informiert. Darauf angesprochen war ihre Begründung: Sie hatte keine Zeit, sich vorzubereiten. Sie habe so viele Bewerbungen in Gang, dass sie die Fakten nicht mehr im Kopf habe. Bei so viel Respektlosigkeit brachen wir die Übung ab.

  1. Grundanforderungen nicht erfüllt

Selbstverständlich sind die Anforderungskataloge, die Unternehmen an Bewerbende haben, oft hoch und wir plädieren diesbezüglich für mehr Flexibilität auf der Arbeitgeberseite. Dennoch gibt es bei jeder Stelle Grund-Anforderungen, ohne die Sie sich nicht bewerben sollten. Zum Beispiel, wenn fliessendes Englisch vorausgesetzt wird und Sie sich auf Englisch nur in rudimentären Sätzen verständigen können.

  1. Desinteresse

Zeichen auf verschiedenen Ebenen können auf Desinteresse hindeuten oder vom Gegenüber so interpretiert werden. In der Körpersprache – wenn ein Bewerber im Stuhl hängt oder sich scheinbar erschöpft aufstützt. Im Gespräch – wenn sich eine Kandidatin zu wenig über das Unternehmen und ihre Gesprächspartner informiert hat oder immer nur karge Antworten gibt. Oder wenn ein Bewerber am Ende eines Interviews verrät, dass er an der vorgeschlagenen Stelle gar nicht interessiert sei. Oder dass er bereits eine Stellenzusage hat.

  1. Zu viel oder zu wenig

Auch ein Zuviel an Interesse oder Redseligkeit ist kontraproduktiv. Etwa, wenn ein Bewerber ohne Punkt und Komma spricht, so dass das Gegenüber kaum zu Wort kommt. «Zu viel» Interesse an der Stelle kann schnell ins Anbiedernde kippen. Apropos «zu viel»: Bitte seien Sie auch sparsam mit Parfüm, Schminke und Absätzen. Siehe nächster Punkt.

  1. Unpassendes Erscheinungsbild

Beachten Sie den Dresscode Ihres potenziellen Arbeitgebers. Kleiden Sie sich nicht zu bunt, tragen Sie keine Freizeitkleidung (also keine Shorts mit Tarnmuster), aber übertreiben Sie es auch nicht mit dem Auftakeln (also auch kein Operngala-Outfit mit Pailletten). Und bitte: Bringen Sie keine intensive Parfumwelle mit.

  1. Falscher erster Eindruck

You never get a second chance for the first impression. Das erste Auftreten muss sitzen: Ein freundliches Lächeln, ein angepasster Händedruck, Blickkontakt, selbstbewusstes Auftreten. Eines der schlimmsten No-gos: «Grüezi, …!» – den Gesprächspartner bei der Begrüssung nicht mit Namen ansprechen.

  1. Schlechtes Timing

Eigentlich selbsterklärend: Zu spät kommen geht gar nicht. Und dabei noch verschwitzt sein vom Rennen macht sich ebenfalls nicht gut. Doch seien Sie auch nicht überpünktlich, also erscheinen Sie nicht mehr als 10 Minuten vor dem vereinbarten Termin. Das setzt Ihren Gesprächspartner unter Druck und kann den Eindruck vermitteln, dass Ihnen der wirtschaftliche Umgang mit Zeit nicht besonders liegt.

  1. No-gos in der Bewerbung

Selbstverständlich wollen Sie bereits mit der Bewerbung überzeugen. Verwenden Sie ein passendes Bewerbungsfoto: Also eine qualitativ gute Aufnahme, kein Freizeitbild (das Lieblingspferd sollte nicht mit aufs Bild!) und kein Porträt, das aus der tiefen Vergangenheit stammt. Nutzen Sie für Bewerbungen eine seriös wirkende E-Mail-Adresse, die Ihren Vor- und Nachnamen enthält. Kreative E-Mail-Adressen (z.B. maus16785@yahoo.de) wirken rasch unseriös. Prüfen Sie auch die Rechtschreibung Ihrer Bewerbung – insbesondere den Namen der angeschriebenen Person und des Unternehmens. Verwenden Sie ausserdem eine einheitliche Schrifttypologie – sonst verraten Sie sofort, dass Sie auf Textvorlagen zurückgreifen.

Wie am Anfang gesagt: Fehler sind menschlich. Wir wollen mit diesem Beitrag nicht vermitteln, dass Kandidaten keine Fehler machen dürfen. Es geht uns darum, dass sich Beweber darüber bewusst werden, was bei Arbeitgebern nicht gut ankommt und wie einfach sich diese Fehler teilweise vermeiden lassen.

Falls Sie also doch einmal ins Fettnäpfchen treten: Bleiben Sie umsichtig mit sich selbst. Ein Fehler kann sogar eine Chance sein, Ihrem Gegenüber zu zeigen, dass Sie auch in einer unangenehmen Situation souverän bleiben. Und im «schlimmsten» Fall machen Sie eine wertvolle Erfahrung und lernen für künftige Bewerbungsprozesse dazu.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

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